Nachfeier mit amerikanische Altwiener Apfelstrudel

Ich hole heute die gestrige Österreich Feier nach. Österreich ist gleich Apfelstrudel – oder?  Mein Reisekochbuch gibt den Altwiener Apfelstrudel mit Walnüssen und Schlagsahne (Seite 286) als österreichische Spezialität an. Und das ist auch meine persönliche Spezialität! Nur nach dem Rezept hier im Buch scheint die Vorbereitung der Strudel komplizierter als es eigentlich ist; und die Zubereitungszeit ist gar nicht eine Stunde!

Lustig ist die Geschichte darüber, wie ausgerechnet ich zu dieser Spezialität gekommen bin.

Während meiner Studiumszeit in Amerika machten die ausländischen Studenten immer wieder Köstlichkeiten aus eigenem Land und verkauften sie diese an (amerikanische) Kommilitonen um Geld für die Bücher zu verdienen.  Eine exzellente kulturelle Austausch; manchmal vermisse ich diese  Zeiten. Vielleicht auch darum koche ich mich gerade um die Welt.

Und jetzt kommt das Lustige: vor meiner Zeit war eine echte gebürtige Österreicherin an der Uni und verwöhnte die Gesellschaft mit Sachertorte und Apfelstrudel.  Da ich auch einen österreichischen Pass besaß und aus Österreich anreiste – wurde von mir das gleiche erwartet.  Ich habe zwar keine Angst von Herausforderungen, aber etwas erstmals zu backen und gleich zu Verkauf anzubieten wollte ich nicht. Als ausländische Bettelstudentin konnte ich mir nicht leisten die Rezepte zuerst auszuprobieren… noch dazu, ich hatte keine Schimmel wo ich in Amerika Rezepte für österreichische Desserts herzaubern soll! (damals kam mir das Internet nicht im Sinn…) Ich hatte niemals in meinem Leben Apfelstrudel oder Sacher Torte gemacht, auch niemandem dabei zugesehen wie sie diese macht. Es war vergeblich den Amerikanern zu erklären wie kann jemand aus Österreich sein und doch keine österreichische Desserts backen können; meine Gastgeberin war meine Rettung: sie drückte mir Irma Rhombauers „The Joy of Cooking“ in die Hand und sagte: „die ist eine von deutsche Köchin, vielleicht hat sie den Apfelstrudel und die Sachertorte drinnen.“  So war es auch; ich fand die besten Rezepte sogar mit amerikanische Zutatenangaben. Ja, sogar die echte, streng geheime Sachter Torte Rezept ist eben in diesem Kochbuch… so würde eine Legende sagen, weil damals wie Irma Rhombauer  das Kochbuch veröffentlichte wusste sie nichts davon dass dieses Rezept ein Geheimnis sein sollte… So werden wir niemals erfahren ob das Geheimnis nun gelüftet ist oder nicht.

So lernte ich in Amerika die Desserts meiner Wahlheimat aus ein amerikanisch-deutschen Kochbuch backen. Mit viel Erfolg würde ich sagen; manchmal machte ich 16 Strudel ohne Rosinen an einem Tag.  Nein, Rosinen sind keine Mangelware in der USA; sie sind einfach unerwünscht.

Ach ja – und die Amerikaner (zumindest die ich traf) glaubten wirklich dass Österreicher im Kaffehaus Schlagobers portionsweise als Nachspeise essen. Wozu steht es sonst auf jede Menükarte „Portion Schlagobers“?

Da ich keine echte Österreicherin bin, konnte ich sie nicht überzeugen dass es nicht stimmt.

Als Hauptspeise gibt es heute den polnischen Sauerkrauteintopf mit Cabanossi und Wurzelgemüse (Seite 604) die ich schon seit dem Neujahr immer machen wollte. Ich würde sagen, es ist eben das Szekler Gulyas, nur mit Cabanossi und Wurzelgemüse dazu.

So zähle ich jetzt den 29.te Tag und die Rezepte 32 und 33.

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